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Waldbegehung der SPD Reichelsheim

16. Februar 2021
 

Im Austausch mit Revierförsterin Liebelt

„Der Stadtwald und sein Fortbestand sind uns wichtig. Es ist uns ein besonderes Anliegen, uns ein Bild von der jetzigen Lage des Baumbestandes zu machen und mehr über die zukünftigen Herausforderungen zu erfahren“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Eckhard Fritsch. Er traf sich deshalb kürzlich gemeinsam mit Udo Seum, Klaus Verwiebe und Alfried Moll zu einem Austausch mit Revierförsterin Sarah Liebelt. „Wir haben uns für diese kleine Waldbegehung entschieden, da die öffentlich geplante Waldbegehung im März 2020 Corona-bedingt abgesagt werden musste. Aufgrund der Pandemie fand auch die Ausschusssitzung Ende des letzten Jahres nicht statt, in der der Waldwirtschaftsplan üblicherweise vorgestellt wird. Wir wollten neben den Zahlen des Haushaltes, auch die konkrete Situation sehen und genau hinhören, wo die Probleme liegen und welche Maßnahmen geplant sind“, so Fritsch weiter.

Sarah Liebelt, die die Revierleitung Echzell für das Forstamt Nidda und Hessen Forst innehat, bewirtschaftet den 310 Hektar großen Stadtwald im Auftrag der Stadt Reichelsheim.

„Unsere Aufgabe ist es, die uns anvertrauten Wälder, wie hier in Reichelsheim, nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit zu pflegen und zu bewirtschaften“, sagte Revierförsterin Liebelt. Die Zukunft sei eine Förderung von Mischwäldern. Die Mischung junger und alter, dicker und dünnerer Bäume verschiedenster Baumarten sorge für einen stabilen Waldaufbau, der durch eine gute Waldpflege gesteuert werde, so Liebelt weiter. Vor allem setze man auch auf fremdländische Baumarten, die an die Trockenheit angepasster sind als viele unserer heimischer Baumarten wie z. B. Libanonzeder, Flaumeiche, Roteiche und die Große Küstentanne.

 „Wir können aufgrund der unvorhersehbaren Witterungsextremen, wie Stürme und Trockenheit, nur sehr schwer planen. Zudem führen Schädlingsbefall und Schädlingsaufkommen zu einer Entwertung des Holzes und somit zu einem Preisabfall“, erläuterte die Revierförsterin. „Deshalb ist der Waldwirtschaftsplan nur eine Momentaufnahme - mit sehr vielen unbekannten Faktoren“. Auch die Entwicklung des Holzmarktes sei schwer kalkulierbar - Gründe hierfür seien die dem sich veränderlichem Holzmarkt zugrundeliegende Preisgestaltung, das Wegbrechen von Kunden, die schwankende Abnahme von Holz und die wechselnde Nachfrage im Exportmarkt. „Wir wenden viel Zeit und viele Mittel für Verkehrssicherungsmaßnahmen auf und investieren viel in den Waldschutz und in die Vorbeugung von Waldschäden“, so Liebelt weiter. Sie und die Waldarbeiter der beiden Kommunen (Zusammenarbeit des Waldarbeiters der Stadt Reichelsheim und der Gemeinde Echzell) würden zudem eine intensive Pflege von Verjüngungsflächen betrieben. Davon machten sich die Kommunalpolitiker direkt ein Bild. Weitere Investitionen würden in Anpflanzungen, die Instandhaltung von Waldwegen und in die Weiterentwicklung der Waldbestände fließen. Dabei sei man stets bemüht Fördermöglichkeiten auszuloten. „Unser Ziel ist, die Waldbewirtschaftung mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen“, führte Liebelt weiter aus. Dies hörte vor allem Udo Seum sehr gerne, der im Auftrag des NABU Nistkästen in dem Stadtwald aufgehängt hatte. „Diese Nistkästen werden hauptsächlich von dem Waldkauz in Beschlag genommen, deren Hauptnahrung die Mäuse sind“, erklärte Seum. Die rinden- bzw. wurzelnagenden Mäuse seien wiederum einer der augenscheinlichsten ungebetenen Gäste in Neuanpflanzungen, so die Revierförsterin.  So werde eine sinnvolle biologische Schädlingsbekämpfung betrieben. Seum machte darauf aufmerksam, dass Hessen Forst ein Programm aufgelegt habe, das die biologische Schädlingsbekämpfung fördere. Dies gelte es in dem Waldwirtschaftsplan der Stadt zukünftig zu berücksichtigen, um Nistkästen für den Waldkauz anzuschaffen. Sowie bereits Mittel für den Ankauf von Nisthilfen im Waldwirtschaftsplan der Gemeinde Echzell eingestellt sind

 
Waldbegehung
Das Bild zeigt von links nach rechts: Udo Seum, Sarah Liebelt, Eckhard Fritsch
Waldbegehung
Das Bild zeigt von links nach rechts: Alfried Moll, Sarah Liebelt, Klaus Verwiebe
 

Die Kommunalpolitiker nahmen vom Borkenkäfer befallene Fichtenbestände in Augenschein. Ebenso wie geerntete Bäume, die zum Abtransport aus dem Wald heraus bereit lagen. Hierbei wurden Buchen begutachtet, die neben den Nadelholzbeständen am stärksten unter der Trockenheit gelitten hatten. Den Anwesenden wurde schnell klar, warum der aktuelle Waldwirtschaftsplan mit einem negativen Ergebnis abschließe und warum die Investitionen in den Stadtwald dringend erforderlich seien. Fritsch, Verwiebe, Seum und Moll dankten der Revierförsterin und ihrem Team für ihre wichtige Arbeit und sagten zu, bald wieder in den Wald zukommen, um den Austausch fortzusetzen.

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